SMHS meets Tokyo

Berichterstattung zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio

Der Sports, Medicine and Health Summit liefert Ihnen als Plattform und internationales Netzwerk rund um die Themen Sport und Leistungssport, Medizin und Gesundheit Hintergrundinformationen zu den diesjährigen Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio. Informieren Sie sich hier über aktuelle Diskussionen, wissenschaftliche Beiträge und Statements unserer Sportmediziner*innen, Physiotherapeut*innen und weiterer Akteure vor Ort.

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Künstliche Intelligenz in der Sportberichterstattung

Was Künstliche Intelligenz eigentlich ist, was dieses Jahr schon alles möglich ist und was vielleicht in drei Jahren bei Olympia 2024 möglich sein wird, erklärt Dr. Christoph Bertling im Themenpaket-Interview der Sporthochschule Köln.

Unter dem medizinischen Aspekt sollten die Spiele ausfallen!

 Sportmediziner und Sport-Hochschule-Köln-Professor Wilhelm Bloch vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin beantwortet im Olympia-Themenpaket-Interview der Sporthochschule die wichtigsten Fragen rund um die Auswirkungen von Corona auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio 2021: Wie bewertet er die Fußball-EM? Welche Risiken gibt es bei Olympia? Wieso kann Corona auch gesunden Leistungssportler*innen schaden? 

Risiken der Olympischen Spiele in Tokio während der COVID-19 Pandemie

Sowohl in der internationalen Presse als auch in der wissenschaftlichen Literatur gab es diverse Aufrufe, die Olympischen Spiele in Tokio abzusagen. Ein kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlichter Artikel unterstrich die Komplexität und die Risiken der Ausrichtung der Olympischen Spiele in Tokio während der COVID-19-Pandemie. Nun haben das Exekutivkomitee, die Kommissionen und die kollaborierenden Zentren der International Federation of Sports Medicine (FIMS) eine Antwort im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht, in der sie Stellung nehmen und die Schutzmaßnahmen erläutern.

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Klimatische Bedingungen in Tokio: Risiken von Hitzeerkrankungen bei den Olympischen Spielen höher als bei allen Sommerspielen zuvor

„Anfangs hat die hohe Luftfeuchtigkeit gestört, und durch den Jetlag gab es einige Schlafprobleme. Das hat sich aber nach ein paar Tagen alles wieder normalisiert, so dass wir ordentlich trainieren konnten“, resümiert der Bundestrainer der deutschen Ruderer Uwe Bender (deutschlandachter.de). Der Deutschland Achter ist traditionell das Paradeboot der deutschen Ruderer. Auch nach einem schwachen Saisonstart gilt der Achter als Gold-Favorit bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Das Team muss sich unter anderem an die klimatischen Bedingungen in Japan gewöhnen - auch zur Prävention möglicher gesundheitlicher Schäden. In einer Studie von Kakamu und Kollegen aus dem Jahr 2017 wurde anhand des WBGT-Index (Wet-Bulb Globe Temperature) das Risiko von Hitzeerkrankungen abgeschätzt und die Klimabedingungen der Olympischen Spiele in Tokio mit den Bedingungen der letzten drei Olympischen Sommerspiele verglichen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Tokio einen höheren WBGT-Index hat als jede der früheren Austragungsstädte und daher besondere Maßnahmen des Hitzemanagements notwendig sind. 

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Der Kongresspräsident des Sports, Medicine and Health Summit 2021, Prof. Jürgen Steinacker ist Teamarztder deutschen Ruderer und unter anderem zuständig für ein solches evidenzbasiertes Hitzemanagement. Die olympische Ruderregatta selbst findet in den Morgenstunden bei erwarteten WBGT von 25 < 28° C statt. Trotzdem fürchten Trainer und Ruderer diese Bedingungen, und das aus gutem Grund, denn der unvermeidliche Hitzestress reduziert sowohl die maximale als auch die submaximale Leistung (Nybo et al., 2014). In einem aktuellen narrativen Review empfiehlt Prof. Steinacker den Ruderer*innen, die Hitzeexposition vor dem Rennen zu reduzieren und Routinen zur Vor- und Nachkühlung anzuwenden. 

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#SHOWUSEQUAL Offener Brief des DOSB

Unser Partner, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), nimmt die ersten geschlechterparitätischen Olympischen Spiele in Tokio zum Anlass, um auf die fortwährende Benachteiligung in der Berichterstattung von Athletinnen gegenüber ihrem männlichen Pendant aufmerksam zu machen: am 07.07.2021 veröffentlichten sie einen Offenen Brief an die Medienhäuser und Sportmedien in Deutschland.

AUSZUG AUS DEM OFFENEN BRIEF:

"Ungeachtet der Leistungen von Sportlerinnen werden die Inhalte von (Sport-)Medien immer noch vom Männersport dominiert. Aktuell bekommen Athletinnen, mit Ausnahme von Großveranstaltungen wie Olympischen Spielen und Paralympischen Spielen, in der Sportberichterstattung durchschnittlich nur 10 Prozent der medialen Aufmerksamkeit.

Diese Benachteiligung hat weitreichende Folgen: eine geringere Wertschätzung der Athletinnen und ihrer Leistungen in der Öffentlichkeit, damit verbunden geringere Einnahmen durch Sponsoring und Werbung. Nicht zuletzt mangelt es an weiblichen Vorbildern für junge Frauen und Mädchen im Sport. So geben 42 Prozent der Jungen im Alter von 6–13 Jahren an, ein Vorbild aus dem Sport zu haben, bei Mädchen sind es lediglich 4 Prozent.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ein ganz wesentlicher ist die mediale Darstellung des Sports.

Um darauf aufmerksam zu machen, haben wir am 7. Juli 2021, zusammen mit Sportler*innen des Teams Deutschland und anderen Unterstützer*innen, die Initiative #ShowUsEqual – Für Gleichstellung in den (Sport-)Medien gestartet.

Unsere Forderung ist:

das Gewährleisten einer ausgewogenen und gleichwertigen Sportberichterstattung – ohne stereotype und diskriminierende Darstellungen von Sportlerinnen in Wort und Bild. "

Den offenen Brief finden Sie hier.

Diverse Studien weisen auf die ungleiche Sportberichterstattung hin. So kommen bspw. Dr. Hovden und Prof. von der Lippe zu dem Schluss, dass Männerfußball die Berichterstattung dominiert und weibliche Athletinnen durch Stereotypisierung und Trivialisierung immer noch als das "andere" Geschlecht dargestellt werden.

Zur Studie

Long-Covid bremst auch Sportlerinnenkarrieren!

Karatekämpferin Lena Mikulic und Ruderin Marie-Sophie Zeidler kämpfen auch Monate nach ihrer Infektion noch immer mit den Folgen. In ihrer Olympiaberichterstattung widmet sich die ARD-Sportschau dem Thema Long Covid. Wissenschaftsratsmitglied der DGSP und Kongresspräsident des Sports, Medicine and Health Summit 2021, Prof. Dr. Dr. Jürgen Steinacker von der Sportmedizin Ulm, steht Rede und Antwort.